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Feedbackbogen

Wichtiges Tool zur Verbesserung

Neun Dinge, die am Ende des Seminars abgefragt werden, und warum jeder Teilnehmer sich dafür unbedingt ein wenig Zeit nehmen sollte.

Er steht am Ende jedes Präsenzseminars: der Feedbackbogen. Was manchem Teilnehmer eher als lästige Formalität erscheint, ist in Wirklichkeit ein wichtiges Tool der Qualitätssicherung, um das hohe Niveau der Weiterbildungsmaßnahme zu halten und um dieses nach Möglichkeit zu steigern. Denn wenn man sich verbessern will, ist eine Evaluation notwendig – man muss ja wissen, wo es aus Sicht der Teilnehmer hakt.

Hier die wichtigsten Faktoren, die auf einem Feedbackbogen abgefragt werden. Und die Gründe, warum man diese nicht einfach überlesen sollte.

1. Die Erwartungen: Haben sich die Erwartungen erfüllt, ist alles gut. Das bedeutet: Wurde die Ware Wissen so geliefert wie bestellt? Hat der Referent seine Sache im Allgemeinen gut gemacht, didaktisch wie inhaltlich?

Nun könnte man einwenden: Moment, es kann ja sein, dass der Teilnehmer überhöhte oder falsche Erwartungen hatte. Das ist richtig. Möglich ist aber auch, dass das Seminar im Programm ungenau beschrieben oder der Teilnehmer falsch beraten wurde. Hier kann man durchaus Stellschrauben drehen.

2. Die generelle Beurteilung: Hier kommt alles zusammen. Hat es einem gefallen, hat man etwas gelernt, hat man sich wohl gefühlt und sich mit allen Anwesenden gut verstanden? Am Ende ist dies vielleicht eine eher emotionale denn rationale Frage. Die jedoch ihre Berechtigung hat, da Lernen ja im Wohlfühlmodus am erfolgreichsten ist.

3. Die Praxisrelevanz: Ein Seminar besucht man, um seine Kompetenz für die tägliche Arbeit zu verbessern. Pures theoretisches Wissen hilft nicht wirklich weiter, wenn man es am Arbeitsplatz nicht anzuwenden weiß. Daher ist dies eine entscheidende Frage, ob man etwas mitnehmen kann für den Arbeitsalltag.

4. Die Ausgewogenheit und Gewichtung: Ein gutes Präsenzseminar ist eigentlich immer zu kurz. Denn die angesprochenen Themen laden ein zur Vertiefung. Und für Fragen sollte auch Zeit bleiben. Daher sollte seitens der Seminarleitung Wert darauf gelegt werden, dass Unwichtiges und Wichtiges entsprechend gewichtet werden und dass Praxis und Theorie in einem gesunden Verhältnis stehen.

5. Zusätzliche Themen: Hier ist Raum für konkrete Anregungen. Bei der Beantwortung dieser Frage geht es um die Kundenwünsche: Was beschäftigt die Menschen in den Unternehmen, welche aktuellen Themen sollten künftig auf die Agenda? Hier sollte man keine falsche Scheu an den Tag legen: Was manchem schamhaft als ein persönliches Defizit erscheint, ist oft weiter verbreitet als gedacht.

6. Die Beurteilung der Seminarleitung: Okay, wir sind nicht mehr in der Schule. Wir wollen definitiv etwas lernen und machen es der Dozentin oder dem Dozenten nicht extra schwer. Dennoch: Es geht um fachliche Kompetenz, didaktische Begabung, soziale Fähigkeiten – und auch Sympathie. Ist zwar ebenfalls emotional gelagert, jedoch durchaus berechtigt. Denn: Das Gesamtpaket muss stimmen.

7. Die eigenen Fragen: Blieb während der Veranstaltung Raum für individuelle Fragen und wurden diese befriedigend beantwortet? Denn ein gutes Seminar wird nach Möglichkeit nicht nach Schema F durchgezogen, sondern geht individuell auf seine Teilnehmer ein.

8. Die Atmosphäre: Diese Frage betrifft ausschließlich den Wohlfühlfaktor. Ein Bildungsanbieter muss darauf achten, dass die Raumtemperatur angenehm ist, dass genügend Pausen eingehalten werden sowie Getränke und Verpflegung zur Verfügung stehen. Ausreichend Plätze, frische Luft, Stifte, Block, alles da? Auch sollte die technische Ausstattung wie Beamer, Verdunklung und Netzwerk auf dem neuesten Stand sein: Die Teilnehmer erwarten schließlich eine entsprechende Leistung für ihre Investition.

9. Weitere Kritik, Lob und Anregungen: Hier ist Ehrlichkeit gefragt, wenn es um individuelle Bedürfnisse geht. Was hat gefehlt, was wäre noch interessant gewesen? Aber auch: Was hat der Dozent oder die Dozentin besonders gut gemacht? Geizen Sie bitte nicht mit Lob, wenn ein Element im Seminar wirklich gelungen und effektiv war. Denn nicht vergessen: Alle Referenten werden an ihren Feedbackbögen gemessen. Werden manche Punkte vermehrt bemängelt, müssen sich Dozenten dafür verantworten.