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Der Erfolg von Präsenztrainings

Sieben Dinge, die einen guten Referenten ausmachen

Damit ein Präsenzseminar erfolgreich ist, braucht es einen guten Vermittler. Nicht vergessen: Wir sind alle nur Menschen!

Seminar eins: ein voller Erfolg. Wie im Fluge verging die Zeit, das Gelernte wurde gleich in der folgenden Woche im Arbeitsalltag erfolgreich angewandt. Seminar zwei dagegen: ein Flopp. Obwohl es fast dieselbe Thematik behandelte, war es schwierig, inhaltlich überhaupt zu folgen. Geschweige denn etwas Positives rauszuziehen. Wie kann das sein?

Ob ein Präsenzseminar erfolgreich verläuft, hängt zu einem bedeutenden Teil auch vom Trainer ab. Denn er ist die Schlüsselstelle zwischen Stoff und Lernendem. Dass die Effizienz variiert, liegt auf der Hand. Er ist schließlich ein Mensch. Das birgt Vorteile – aber auch Nachteile. Was aber genau macht einen guten Trainer aus?

1. Er ist mit seinem Stoff vertraut.

Klar: Ein Referent sollte sein „Produkt“ gut kennen. Genauso sollte er über Neuerungen oder Veränderungen auf dem Laufenden sein. Dies wird, soweit vorhanden, bei Literaturangaben, schnell klar: Bringt er sein Wissen ständig auf den neuesten Stand? Fühlt ihm ein Teilnehmer mit Fragen auf den Zahn, sollte ein guter Trainer nicht ausweichen, sondern mit klaren Antworten informieren.

2. Er geht transparent mit seiner Kompetenz um.

Gerade bei Fragen kann man auf „charakterliche Untiefen“ stoßen. Fertigt einen ein Trainer mit Allgemeinplätzen ab, liegt die Vermutung nahe: Er weiß die Antwort nicht, hat aber nicht die Größe, es zuzugeben. Noch schlimmer: Er gibt aus diesem Grund eine falsche Antwort. Kein Mensch kann alles wissen! Souveräner wäre daher die Antwort: „Im Moment bin ich überfragt, ich recherchiere das für Sie und schicke Ihnen die Antwort.“ Indem er eine Wissenslücke zugibt, erhält er sich das Vertrauen seiner Teilnehmer. Zu oft in einem Seminar sollte das aber nicht vorkommen.

3. Er soll didaktisches Geschick und Begabung haben.

Extrem wichtig ist es natürlich, dass die „Verkaufe“ des Stoffs stimmt. Dazu gehören eine lebendige Präsentation und die Fähigkeit, zum Mitmachen zu motivieren. Und zwar so, dass die Teilnehmer den Stoff verstehen und behalten können. Eine didaktische Ausbildung ist förderlich, jedoch nicht essentiell: Menschen für trockene Inhalte mitreißen zu können, ist sicherlich ein Stück weit Begabung.

4. Er hat eine Expertise auf dem Gebiet.

Hier scheiden sich die Geister. Mancher Trainer kann sich in einen fachfremden Bereich so gut einarbeiten, dass er darüber überzeugend unterrichten kann. Genauso kann mancher anderer seine vertrauten Inhalte nur schwer vermitteln. Dennoch ist es ein Qualitätsindiz, wenn ein Trainer sich im Laufe seines Bildungs- und Berufsweges intensiv mit „seiner Materie“ befasst hat. Ein absolviertes Studium und relevante Qualifikationen sind also kein Schaden.

5. Er soll auf die Teilnehmer eingehen – und zwar individuell.

Ein Seminarleiter, der stur seinen Stoff durchzieht, weil er nur die Uhr im Blick hat, kommt nicht gut an. Manche Frage, die intensiver behandelt werden sollte, entsteht erst während dem Seminarverlauf. Und nicht jeder hat das gleiche Arbeitstempo. Genauso wie der Referent nur ein Mensch ist, sollte er die Individualität seiner Teilnehmer berücksichtigen. Besonders, wenn darunter Menschen mit Lernschwächen oder Behinderungen sind.

6. Er muss eine gute Lernatmosphäre schaffen.

Wenn es Spaß machen soll, muss man sich wohl fühlen. Und wenn man lernen will, soll Konzentration herrschen. Darum ist der Unterhaltungsfaktor immer eine Gratwanderung: Wird es zur Lachstunde, bleibt nichts hängen. Ist der Ton zu nüchtern, klinken sich die Teilnehmer geistig aus. Ein guter Trainer schafft es, die perfekte Balance zwischen Humor und Sachlichkeit zu finden.

7. Man muss ihn mögen – wirklich!

So abwegig das klingt: Sympathie ist nicht so nebensächlich in einer Bildungsmaßnahme, wie man meinen könnte. Dies gilt ja auch für Mitarbeiter und Vorgesetzte, denn die unterschwellige Ab- und Zuneigung bestimmt die Qualität unserer Kommunikation. Mitunter sollten sich Seminarteilnehmer selbst daran erinnern, dass sie vielleicht unbewusst einen Referenten ablehnen, ohne dass dieser etwas dafür kann. Beim nächsten Seminar wäre jedoch eine andere Wahl möglicherweise angebracht.