© portishead1 | iStock
Was bedeutet eigentlich ...?

Glossar der Weiterbildung

Im Bereich der beruflichen Weiterbildung wird eine eigene Sprache gesprochen. Ein kleines Glossar.

Auszeit von der Arbeitszeit, die der beruflichen Weiterbildung und ausdrücklich nicht der Erholung dient. Diese Freistellung von der Arbeit ist seit 1974 in Deutschland grundsätzlich durch den Bund gesetzlich verankert. Da jedoch der Bereich Bildung unter die Kulturhoheit der Länder fällt, regeln hier die Landesgesetze den Bildungsurlaub: Diese sichern in vielen Ländern Arbeitnehmern fünf Werktage Bildungsurlaub pro Jahr zu, die Kosten (Lohnausfall und Seminarkosten) teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es gibt jedoch Ausnahmen: In Bayern und Sachsen gibt es kein Gesetz zum Bildungsurlaub.
Bei dieser Lernmethode werden digitale Lernmethoden mit analogen (also konventionellen) Lehrelementen kombiniert. Beispielsweise, indem einem Web Based Training (WBT), das die Teilnehmer eigenständig bedienen, ein Seminartag mit Referenten („Kick-off Day“) vorangestellt wird und/oder eine Abschlussveranstaltung mit einer Auswertung stattfindet. Als Vorteile sind dabei unter anderem die sozialen Komponenten zu nennen, da der Lernende reale Ansprechpartner hat, die ihm mit Tipps individuell beiseite stehen. Ebenso steigert die Lernkontrolle, die dann nicht nur vor dem unpersönlichen Computer stattfinden, sondern vor einer realen Person, die Motivation.
Unter Coaching (von engl. „Trainer“) versteht man die kontinuierliche Betreuung einer Person mit dem Ziel der persönlichen Verbesserung im Beruf. In der Regel sind dies strukturierte Gespräche, mit denen der „Coachee“ die Mechanismen seines Agierens im Berufsleben erkennt und selbst zu korrigieren lernt. Der Coach dagegen liefert keine konkreten Lösungen, sondern hilft dem Klienten lediglich, eigenständig Lösungsstrategien zu entwickeln. Dazu gehören eine realistische Selbsteinschätzung der Kompetenzen und der eigenen Persönlichkeit, das Abstecken der persönlichen Ziele und Erfassen der Perspektiven. Coaching ist genau genommen keine berufliche Weiterbildung, sondern eine Hilfestellung zur Überwindung von Entwicklungs- und Entfaltungsproblemen in der Karriere.
Softwareprogramm, das vom Lernenden auf den individuellen Computer geladen wird, um gezielt bestimmte Inhalte zu lernen. Vorteil: Ein CBT funktioniert auch, wenn keine Internetverbindung existiert. Dies kann in Entwicklungsländern von Bedeutung sein. Ebenso kann das Programm komplett isoliert und mit einer Lernkontrolle durchgeführt werden, ohne dass der Lernende im Netz heimlich nach fehlenden Informationen sucht („spickt“). Nachteil ist jedoch, dass keinerlei Interaktion mit anderen möglich ist. Dennoch bietet ein CBT die Möglichkeit von eingebetteten multimedialen Anwendungen wie etwa Lernvideos.
Entspricht im Grunde genommen dem, was heutzutage unter E-Learning verstanden wird. Bei neuerem Gebrauch wird die Verwendung digitaler Elemente – vor allem als Angebot aus dem Internet – betont. Gerade die Interaktion mit anderen Lernenden und Experten sowie der Zugriff auf einen unerschöpflichen und ständig wachsenden Wissenspool sind dabei große Vorteile. Egal ob Lernspiele, Videosequenzen, Audiodateien oder Frage/Antwort-Sequenzen: Alle Möglichkeiten der digitalen Welt können hier ausgereizt werden.
Eigentlich „electronic learning“, ist eine Lernform, die durch elektronische und digitale Medien unterstützt wird. Da sich dieses didaktische Feld in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat, ist es inzwischen als allgemeiner Überbegriff für alles Lernen mit Multimediaeinsatz und Computer zu verstehen. Bis in die 1990er-Jahre war dabei der Einsatz von Medienträgern (Tonband, CD oder Video) eingeschlossen: Reine Präsentationssysteme, die inzwischen obsolet sind und nur noch als visuelle und akustische Ergänzungen des Lernsystems verwendet werden. Bei der Umsetzung der inhaltlichen und didaktischen Ziele bietet E-Learning gerade in der beruflichen Weiterbildung und Erwachsenenbildung zahlreiche Vorteile: Die zeitliche und räumliche Unabhängigkeit, die beliebige Wiederholbarkeit und die Skalierbarkeit durch unbeschränkte Nutzerzahl. Dadurch entfallen gerade für den Arbeitgeber Reise- und Unterkunftskosten und er kann Weiterbildungsmaßnahmen schnell und gezielt einsetzen.
Bewertung einer Weiterbildungsmaßnahme. Zur Optimierung und Qualitätssteigerung werden zum Beispiel Seminare zum Ende mit Feedbackbogen bewertet. Dabei geht es neben der Zufriedenheit der Teilnehmer (Pausenbewirtung, Lernmittel) um den Lernerfolg (etwa durch die didaktische Leistung des Trainers) und den Transfererfolg (inwieweit die Aufgabenstellung an das Profil der Teilnehmer und ihr Aufgabenfeld angepasst waren), jedoch auch um den Unternehmenserfolg (inwieweit das Unternehmen tatsächlich von der Maßnahme profitiert).
Das klassische Arbeitsfeld des Bildungsmanagements. Darunter versteht man Lernprozesse, die institutionalisiert im Rahmen eines organisierten Seminars oder eines Kurses stattfinden. Der Teilnehmer begibt sich zu der Bildungsmaßnahme, in der er nach einem festen Curriculum und mit didaktischer Unterstützung bestimmte Bildungsinhalte vermittelt bekommt. Begleitet wird dies von Lehrpersonal, das Lernziel steht dabei fest.
Dieser Begriff, eingedeutscht „Gamifizierung“ oder „Gamifikation“, beschreibt die Anleihe von Spielelementen in spielfremdem Kontext – so auch im E-Learning. Konkret: Punkte oder Sterne einzusammeln, mit Partnern zusammenzuarbeiten, ein höheres Level zu erreichen oder auch typische Situationen aus Computerspielen erleben, in denen der Akteur vor neue Herausforderungen in einer immer neuen Umgebung gestellt ist, erhöhen beim E-Learning die Motivation zu höherer Leistung und auch die Absicht, das Programm weiter durchzuführen.
In etwa dem „Learning by Doing“-Prinzip entsprechend. Wissen und Fähigkeiten werden am Arbeitsplatz bei der Ausführung der Aufgaben erworben. In der Regel existiert dabei weder ein Curriculum noch ein formaler „Lehrer“ noch eine Lernkontrolle – lediglich das Ergebnis und die künftigen Kompetenzen müssen stimmen. Hier wird zusätzlich zwischen implizitem Lernen (ohne Lernabsicht und Wissen, durch zufälliges Entdecken), reaktivem Lernen (aus der spontanen Reaktion der Umwelt, etwa der Kollegenschaft oder eines Publikums bei einer Präsentation) und deliberativem Lernen (absichtsvolles und bewusstes Lernen bei der Bearbeitung einer Arbeitsaufgabe oder einer Problemlösung) unterschieden.
Darunter versteht man die Übertragung neuer Aufgaben auf einen Mitarbeiter, die dem Anforderungsniveau seiner bisherigen Tätigkeit entsprechen. Es handelt sich also um eine Aufgabenumstrukturierung auf horizontaler Ebene. Ursprünglich geschieht dies nicht, um die Arbeitsleistung des Einzelnen erhöhen, sondern um durch verschiedene Belastungen und die Vermeidung von Monotonie für Erholungsphasen am Arbeitsplatz zu sorgen. Meist sind solche Umstrukturierungen mit dem Betriebsrat zu klären.
Mitarbeiter einer Arbeitsgruppe wechseln das Aufgabenfeld untereinander, um zum einen die Monotonie für die Arbeitnehmer zu verringern und zum anderen die Arbeitskräfte flexibler einsetzen zu können. Nicht selten werden solche Modelle bereits bei der Vertragsunterzeichnung vereinbart. Von Nachteil kann jedoch ein gewisser Effizienzverlust sein, da die ständige Einarbeitung und Neuorganisation immer wieder Zeit kostet. Bei Führungskräften gilt Job Rotation als modernes Mittel der Personalentwicklung: Durch die verschiedenen Herausforderung können Kompetenzen des Kandidaten besser erfasst werden.
Entspricht dem deutschen Begriff „Lernplattform“, die meist im Web zur Verfügung steht. Darunter ist ein Content Management System zu verstehen, auf dem Lerninhalte vermittelt und organisiert werden. Zudem bietet es die Möglichkeit, Nutzerprofile zu verwalten und die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden. In der Praxis bedeutet das: Dozenten laden bestimmte Kurse auf dem LMS hoch, die Lernenden nützen diese, geben ihre Lösungsvorschläge für Aufgaben – etwa als Multiple Choice oder Lückentexte – ein. Die Lehrenden wiederum geben auf dem LMS Feedback. Die Teilnehmer personalisieren auf ihrem Rechner das LMS mit ihren Nutzerdaten und ihrem Leistungsprofil. Optimal entfalten sich LMS in einem Blended-Learning-Format, in welchem eine Auswertung später gemeinsam von Dozent und Teilnehmer durchgeführt wird.
Damit ist das Prinzip gemeint, Wissen nicht mehr auf Vorrat, sondern nur auf Abruf bereitzuhalten. Das Medium der Wahl dafür ist E-Learning. Das Wissen selbst bleibt in Onlinespeichern oder Lexika gespeichert und ist jederzeit zugänglich. Gezielt, zeitlich flexibel und individuell kann ein Unternehmen so seinen Mitarbeiter bestimmte Kompetenzen vermitteln, ohne in langfristige Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren. Vorteil für den Arbeitnehmer ist neben Zeitersparnis eine Entlastung, indem er auf stupides Auswendiglernen verzichtet.
Das wichtigste Credo der beruflichen Weiterbildung. Im Interesse einer offenen Gesellschaft geht dieses Konzept davon aus, dass der Mensch während seiner gesamten Lebenszeit fähig ist, neue Kompetenzen zu erwerben und der Einzelne und die Gemeinschaft (etwa das Unternehmen) von der Weiterentwicklung profitieren. Während Berufslaufbahnen im 20. Jahrhundert noch oft von Stetigkeit und Unveränderlichkeit bestimmt waren, bietet gerade der digitale Wandel für viele Arbeitnehmer die Chance, durch Lebenslanges Lernen ihre persönlichen und beruflichen Möglichkeiten selbst zu gestalten und zu verbessern.
Gemeinschaft von Lernenden, die sich über Foren oder auf Lernplattformen austauschen. Meist sind echte Lern-Communitys von Freiwilligkeit und Eigenmotivation geprägt, nicht selten organisieren sie sich selbst. Eine Lern-Community kann – typisch für Internet-User – von einem Bildungsanbieter höchstens angeregt werden, letztlich lebt sie vom persönlichen Interesse und Engagement der Mitglieder. Untypisch für Internetforen ist die ausgesprochen hohe Wertschätzung und Höflichkeit in solchen Lernforen.
Weitergabe von Wissen eines Erfahrenen (Mentor) an einen noch weniger Erfahrenen (Mentee). Ähnlich wie beim Coaching findet Mentoring begleitend zum Berufsalltag statt und behandelt auch Arbeitssituationen und -probleme. Allerdings ist ein Mentor meist ein Kollege. Zudem wird hier nicht selten auf konkrete Situationen mit Lösungsvorschlägen eingegangen. Neben dem Engagement für das Unternehmen – also der Nachwuchsförderung – profitiert der Mentor auch dadurch, dass er neue Impulse für seine eigene Arbeit erhält.
Dieser Begriff bezeichnet den Lernfortschritt in kleinen Einheiten. Dies betrifft vor allem den Kompetenzerwerb durch E-Learning. Dabei gilt es, kleine Lernschritte zu bewältigen, deren individuelle Lösung des Users durch das Programm überprüft und gegebenenfalls korrigiert wird. Der spielerische Umgang mit dem Lernstoff dient zum einen der Motivation, zum anderen wird die kognitive Last des Lernenden erleichtert.
Digitales Training, das ähnlich einem Web Based Training über das Internet angeboten wird – jedoch auf mobile Endgeräte zugeschnitten ist. Entspricht einer App.
Eine Potenzialanalyse ist Teil des Nachwuchs- und Talentmanagements. Mit Hilfe von Tests und Fragebögen wird ermittelt, für welchen Karrierezweig ein Mitarbeiter am besten geeignet ist, etwa ob als Führungskraft oder ob im fachlichen Bereich. Untersucht werden dabei sein Wissen, seine Fähigkeiten, seine Motivation im Unternehmen und gewisse Charaktereigenschaften. Interessant ist für das Unternehmen dabei, inwieweit der Mitarbeiter in der Lage ist, Probleme zu analysieren und Lösungsstrategien zu entwickeln; welche sozialen Kompetenzen er im Umgang mit Kollegen aufweist. Mögliche Führungsqualitäten und Lernfähigkeiten werden auf diese Weise untersucht. Solche standardisierten Befragungen stehen in vielen Unternehmen vor der beruflichen Weiterbildungsmaßnahme, um gezielt Potenzial zu fördern.
Klassische Form der Weiterbildung, bei der Lernende und Lehrende sich bei verschiedenen Unterrichtsformen vor Ort begegnen, etwa in einem Seminar. Die Vorteile solcher Lehrveranstaltungen sind soziale Interaktion, spontane Bearbeitung von Fragen und konkreten Beispielen sowie die volle Entfaltung der didaktischen Fähigkeiten eines Dozenten gegenüber den Teilnehmern.
„Training on the Job“ eschreibt den Erwerb von Fähigkeiten am Arbeitsplatz, meist durch Learning by Doing. Ein Vorgesetzter, Ausbilder oder erfahrener Kollege erklärt dem Arbeitnehmer bestimmte Tätigkeiten. Unter Aufsicht führt er diese Arbeiten anschließend selbst aus, es folgt ein Feedback auf die Leistung. Im Idealfall wird es von einem Coaching begleitet. Vorteile sind die Praxisnähe und die unmittelbare Transferleistung. „Training off the Job“ dagegen sind Lerneinheiten fern vom Arbeitsplatz: etwa in einem Seminar oder in einer Lehrwerkstatt. Hier steht eher die Theorie im Vordergrund – Zeitdruck und Zwang zur Produktivität wirken sich nicht störend auf dem Lernerfolg aus. „Training near the Job“ kann als Mischform verstanden werden: In Workshops oder Lerngruppen (vor allem für Führungskräfte) werden praktische Situationen des Arbeitsplatzes abseits des Arbeitsumfelds lösungsorientiert behandelt und durchgespielt.
Unter „Transfer“ versteht man die Anwendung des Gelernten auf die konkrete Arbeitssituation im Alltag. Um zu vermeiden, dass Lerneffekte aus einem Seminar uneffektiv verpuffen, setzen Unternehmen und Bildungsanbieter auf die Transfersicherung. Am ehesten ist dies als Qualitätsmanagement der Weiterbildung zu verstehen. Dies kann mit Fragebögen, Online-Befragungen, Wiederholungen und durch die Kommunikation mit Vorgesetzten stattfinden. Im Optimalfall werden Elemente der Transfersicherung vor, während und nach einer Bildungsmaßnahme eingesetzt.
Eine virtuelle Lernumgebung, die durch Software oder eine Webplattform unterstützt wird. Wie in einem echten Klassenzimmer nehmen Lernende wie Lehrende synchron an derselben Lernsituation teil: Sie loggen sich zeitgleich ein und verwenden die gleichen Lehrmaterialien. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem australischen Schulsystem, in dem Schüler aus dem abgelegenen Outback per Fernschule unterrichtet werden. Dabei bezog sich „Virtual Classroom“ in früheren Bezeichnungen auch auf asynchronen Unterricht (etwa durch Video-Lerneinheiten, die per Post verschickt wurden). Der Vorteil liegt im möglichen Unterricht über weite Distanzen, weniger Ablenkungsmöglichkeiten sowie in der Kostenersparnis.
Kunstwort aus „Web“ und „Seminar“. Webinar steht für ein Seminar, das zu einer bestimmten Zeit über das Internet übertragen wird. Charakteristisch ist die mögliche Interaktion – im Gegensatz zu einer Lehrveranstaltung, die etwa durch das Fernsehen übertragen wird. Teilnehmer können mittels Headset, VoIP oder Chat mit dem Referenten kommunizieren und so ihre Fragen beantworten lassen. Der größte Vorteil liegt in der Teilnahme über große geografische Distanz. Allerdings erschwert die Zeitverschiebung diese Möglichkeit über die Kontinente.
Lernprogramm, dessen Inhalte im Internet auf einer Plattform (etwa einem LMS) zur Verfügung gestellt werden. Dabei kann der Lernende – im Gegensatz zum Computer Based Training (CBT) – mit anderen Lernenden oder auch dem Dozenten interagieren. Je nach Programm ist es sogar möglich, dass Teilnehmer unter dem Aspekt der Schwarmintelligenz das Programm modifizieren oder weiter verbessern.
Weiterbildungsveranstaltung im kleineren Rahmen, in der die Teilnehmer Raum und Zeit für eigene oder gemeinsame Übungen und praxisbezogene Aufgaben bekommen. Eine gemeinsame Auswertung, die spielerische Herangehensweise an Problemstellungen und die Kommunikation über Lösungsmöglichkeiten sind charakteristisch für einen Workshop.