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Der Weg zum Weiterbildungserfolg

Strukturiertes Vorgehen ist essentiell für den Erfolg einer beruflichen Bildungsmaßnahme. Ein paar Tipps für Aufsteiger.

Der Wille ist da. Perfekt – das ist schon mal die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterbildung. Wer die Motivation entwickelt und den Entschluss dazu gefasst hat, ist seiner Weiterqualifizierung – und eventuell der nächsten Karrierestufe – schon ein gutes Stück näher. Ob das Ganze von Erfolg gekrönt wird, hängt von mehreren Faktoren ab: deshalb ist strategisches Vorgehen gefragt.

Wo liegt das Potential in meiner Abteilung?

Zuallererst sollte ein Arbeitnehmer sich darüber klarwerden, was er mit seiner Weiterbildung bewirken will. Wo liegt die persönliche Neigung oder das Talent? Wo gibt es in seinem Fachbereich personelles Entwicklungspotential, eher fachlich oder administrativ? Es ist nicht sinnvoll, eine Qualifikation anzustreben, die in der Abteilung bereits viele andere haben. Oder eine, die nicht zum eigenen Profil passt. Ein Alleinstellungsmerkmal bringt Karrierechancen, allerdings nur, wenn im Betrieb tatsächlich Nachfrage danach besteht. Hier kann ein Gespräch mit dem Vorgesetzten Aufschluss bringen: Wo besteht Bedarf? Aber auch: Wo sieht der Vorgesetzte den Mitarbeiter künftig? Hier kann es durchaus mal unterschiedliche Auffassungen geben. Da lohnt es sich zu recherchieren, in welchen anderen Abteilungen Chancen existieren. Man kann ja eventuell wechseln – und daran wachsen.

Aufeinander aufbauend sollte eine Weiterbildung Schritt für Schritt erfolgen. Welche Maßnahme ist jetzt sinnvoll, welche später? Die meisten Bildungsanbieter beraten individuell bei aufeinander aufbauenden Modulen. So wird das Bildungsbudget sinnvoll investiert – und verpufft nicht im Seminarchaos.

Wann habe ich überhaupt Zeit dafür?

Zeit und Geld werden nicht umsonst gern in einem Atemzug genannt – so auch bei der beruflichen Weiterbildung. Hier sollte der Arbeitnehmer seinen Kalender unter die Lupe nehmen – und zwar den beruflichen wie den privaten. Wann hat er überhaupt Zeit für eine Maßnahme? Eignen sich E-Learnings vielleicht besser, da sie zeitliche Flexibilität und örtliche Unabhängigkeit bieten? Ebenfalls zu klären ist, ob der Arbeitgeber das Weiterbildungsvorhaben finanziell unterstützt oder die Maßnahme vielleicht sogar komplett bezahlt. Schließlich profitiert er ja auch von einem besser qualifizierten Mitarbeiter. Ein Gespräch mit dem Betriebsrat kann bei der Frage hilfreich sein, inwieweit dem Arbeitnehmer eventuell sogar eine Weiterbildungsmaßnahme zusteht.

Schulungsqualität und Abschluss prüfen

Hat man geklärt, welche Weiterbildung es sein soll und wie und wann diese möglich ist, stellt sich die Frage, wo und bei wem man sie buchen soll. Hier sollte man die Angebote kritisch prüfen und klären, ob der gewünschte Abschluss auch anerkannt ist. Sich aus Bequemlichkeit für das Seminar vor der Haustür zu entscheiden, kann auf Kosten der Qualität gehen. Ein wenig Erfahrungsaustausch mit den Kollegen kann hier nicht schaden.

Lerntransfer: Wie kann ich das Wissen an meinem Arbeitsplatz anwenden?

Ist es dann soweit und das Seminar steht an, ist ernsthafte Vorbereitung gefragt. Nicht nur auf den Lernstoff, sondern vor allem bezüglich der Transfermöglichkeit: Wie kann ich den Stoff auf meine persönliche Situation an meinem Arbeitsplatz und auf meinen Arbeitgeber anwenden? Am besten hält man seine Lernziele ganz konkret in einer Checkliste fest. Auch Fragen während der Maßnahme an die Referenten sind hilfreich: und zwar währenddessen, nicht erst hinterher! Je eher man sich mit dem Wissenstransfer beschäftigt, umso erfolgreicher kann man das Gelernte später umsetzen.

Wie damals in der Schule gilt: Nur von der Tafel abschreiben bringt wenig bis nichts.

Lernkontrolle bringt den Erfolg

Zu guter Letzt: die Lernkontrolle. Die Zeit der Schulaufgaben ist für Berufstätige vorbei, aber wie am Arbeitsplatz ist die Evaluation ein wichtiges Element des Erfolgs. Also: Checkliste mit Lernzielen überprüfen, vor dem geistigen Auge das Gelernte ablaufen lassen. Sinnvoll ist eine regelmäßige Lern- und Transferkontrolle immer zu bestimmten Zeitpunkten (etwa zehn Minuten vor Feierabend, morgens beim Kaffee). Denn die berufliche Weiterbildung sollte man bestimmt nicht dem Zufall überlassen.